Das Buch enthält die Entstehungsgeschichte der militärischen Photographie von den ersten episodischen Anwendungen bis zum Ende des Ersten Weltkriegs. In jenem Krieg bestimmte die Photographie wie kein anderes Nachrichtenmittel den Ausgang und Verlauf der Operationen am Boden. Es war vor allem die Luftbild- erkundung, die wichtige Erkenntnisse lieferte. Daneben gab es einen heute nahe- zu vergessenen militärischen Dienstbereich, der nicht minder wichtig für den Kampf war, das Kriegsvermessungswesen. Auch da bestand eine große Abhängig- keit von der Photographie. Der Entstehungsgeschichte schließt sich ein systematischer Teil an, in dem das begriffliche und technische Wissen über die Militärphotographie aus der Zeit des Ersten Weltkriegs zusammengestellt ist.
Historiker haben sich bisher unter kulturgeschichtlichen Fragestellungen mit dem Medium befaßt. Die Rolle der Photographie in der Kriegführung selbst wurde nicht untersucht. Es gab keine Studien, wie das von seinen ursprünglichen Anwen- dungen her so friedliche Medium im 1. Weltkrieg im Kampf eingesetzt wurde. Der Autor hat erforscht, wie die zivile Innovation „Photographie“ zu einer Waffe wurde.
"Erkundung mit der Kamera" schließt eine Lücke in der Geschichte der Photographie und gibt dem Begriff „Militärphotographie“ seine ursprüngliche Bedeutung zurück.
Helmut Jäger Erkundung mit der Kamera Die Entwicklung der Photographie zur Waffe und ihr Einsatz im 1. Weltkrieg
(Bild oben links: Soldat demonstriert die Handhabung einer Ballonkammer L.70) (Repro mit freundlicher Genehmigung des Bayerischen Hauptstaatsarchivs, Abt. IV Kriegsarchiv)